Das sind die beliebtesten rhetorischen Stilmittel im Alltag

Die menschliche Kommunikation gehört zu den vielschichtigsten Vorgängen dieser Erde, sie besteht nicht einfach nur aus Worten, sondern auch aus Betonungen, Andeutungen, Mimik und Gestik. Weil sich mit ein paar getippten Wörtern gar nicht alle Facetten eines echten Gesprächs darstellen lassen, wurden für die schriftliche digitale Verständigung die Emojis erfunden. Doch die kleinen Ideogramme sind nur ein schlechter Lückenbüßer für eine erstaunlich lebende Alltagskommunikation mit all ihren rhetorischen Facetten.

Eine Gruppe gezeichneter Menschen.

Schon in unserer ganz normalen Freizeit, daheim und im Freundeskreis, nutzen wir ganz automatisch rhetorische Stilmittel, die uns zumeist nicht einmal bewusst sind. Unsere Alltagssprache wimmelt beispielsweise nur so von Metaphern, mit denen wir unserem Gegenüber veranschaulichen, was wir denken und fühlen. Die meisten dieser Sinnbilder gehören im Grunde bereits zu den sprachlichen Floskeln, sie sind dauerhaft in jedem Wortschatz integriert und für jeden verständlich. Wer zum Beispiel sagt: »Es regnet Backsteine«, meint ganz gewiss nicht, dass gerade jede Menge Baumaterial vom Himmel fällt. Und wer einer anderen Person einen »Wink mit dem Zaunpfahl« geben möchte, fuchtelt im nächsten Moment nicht mit einer Holzlatte herum.

Auch die Ironie verfolgt uns regelrecht durch unseren Alltag, sie bricht an vielen Stellen einfach aus uns hervor, etwa wenn wir enttäuscht sind: »Na, klasse, da freue ich mich aber!«, oder wenn wir einem notorischen Lügner nicht mehr glauben möchten: »Ich weiß ja, wie sehr du an der Wahrheit hängst.« Verdeckte Appelle kommen in unserem ganz normalen Alltag ebenfalls ziemlich häufig vor, weil sie viel seltener auf Widerspruch treffen als direkte Befehle oder Bitten: »Die Suppe könnte noch etwas Salz vertragen.« – »Gut, ich hole mal eben den Salzstreuer.« Sehr gut, genau das hast du dir schließlich gewünscht.

Natürlich bleiben uns die Stilmittel der Kommunikation auch nicht fern, wenn wir unseren Hobbys nachgehen – oftmals haben sich gerade hier feste Ausdrücke etabliert, die ausschließlich in diesem Bereich genutzt werden. Neologismen lassen sich zum Beispiel hervorragend dazu verwenden, eine Art Geheimsprache für Insider zu entwickeln, um sich von anderen Gruppen abzugrenzen. Im Pokerspiel haben wir es bei geschickten Spielern sogar mit einer ganzen Anhäufung von Stilmitteln zu tun: Der eigene Gesichtsausdruck, die Gesten, die genutzten Wörter, sogar das Outfit avancieren hier zu verschiedenen Elementen einer ganzheitlichen Herangehensweise, um den Kontrahenten geschickt zu täuschen und zu bezwingen. Denn ganz sicher achtet jeder am Tisch nicht nur darauf, was seine Mitspieler genau von sich geben, sondern auch, wie sie es sagen und was sie dabei tun. Einer der Teilnehmer wird vielleicht versuchen mit blumiger Sprache, zahlreichen Hyperbeln und Euphemismus von seiner Nervosität abzulenken – oder aber er möchte die anderen Pokerfreaks am Tisch einfach nur irritieren. Und Achtung: Wer sich zunehmend in den Sarkasmus flüchtet, der fürchtet wahrscheinlich die Niederlage! Passionierte Live-Rollenspieler hingegen bedienen sich vielfältiger Archaismen, um ihre Sprache »mittelalterlich« oder zumindest »altmodisch« erscheinen zu lassen. Wie ein echter mittelalterlicher Ritter redet allerdings niemand von ihnen, auch wenn die Rüstung noch so authentisch erscheint.

Im Arbeitsleben schlüpfen die meisten von uns wiederum in ganz andere soziale Rollen, dann sind wir »Chef« oder »Azubi« oder »Sekretärin«. Nicht jeder benutzt im Job dieselbe lockere Sprache wie daheim, vor allem dann nicht, wenn er eine höhere Position innehat oder sich auf eine neue Stelle bewirbt. Die gesamte Kommunikation läuft in diesen Fällen viel bewusster und gesteuerter ab, rhetorische Stilmittel werden nicht einfach deshalb genutzt, weil sie uns in den Sinn kommen, sondern ganz geplant verwendet. In manchen Situationen ist allerdings auch das Gegenteil vonnöten: eine klare, zielgerichtete Sprache, ohne Ablenkungen und mehrdeutigem Sinn. Konkrete Arbeitsanweisungen und technische Einweisungen wimmeln zwar von Fachausdrücken, sind aber äußerst selten mit Metaphern oder gar wohlklingenden Alliterationen behaftet. Wer kreiert schon aus einer einfachen Instruktion ein Gedicht? Hinterher, wenn trotz ausführlicher Unterweisung etwas schiefgegangen ist, kannst du immer noch schimpfen: »Ganz wunderbar haben Sie das wieder gemacht!«

Ein Vorstellungsgespräch inszeniert.

An diesem kleinen Exkurs wird schnell deutlich, wie sehr unser Alltagsleben vor rhetorischen Stilmitteln trieft, ohne dass es uns überhaupt bewusst ist. Vielleicht genügt dir unser Artikel als kleine Anregung, um für eine Weile genauer auf deine Sprache und die Sprache der anderen zu achten – mit einem ganz neuen Blickwinkel und eventuell sogar einiger Bewunderung für die Eleganz und Vielfältigkeit unserer Alltagskommunikation. Dann haben wir unser Ziel erreicht!

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