7 Tipps für deinen nächsten Aufsatz im Umgang mit stilistischen Mitteln

Wir haben selbst erst letztes Jahr die Schule beendet und in unserer Schullaufbahn sind uns einige vermeidbare Fehler immer wieder begegnet. Aus diesen Fehlern lassen sich hilfreiche Tipps für dich ableiten. Wir haben mit diesen Tipps auch unseren Mitschülern in der Schule geholfen. Wenn du dich an diese hälst, dann kann dein nächster Aufsatz schon um einiges besser werden, als es dein letzter vielleicht war.

Die ersten 4 Tipps beziehen sich direkt auf stilistische Mittel. Die 3 weiteren befassen sich etwas allgemeiner mit den Dingen, die man in Klausuren, oft im Zusammenhang mit stilistischen Mitteln, beachten sollte.


Rhetorische Mittel Tipps für stilistische Mittel: Deutsch.

Tipp 1: Keine Aufzählung stilistischer Mittel

Viele unserer Klassenkameraden haben in Analysen stets alle gefundenen stilistischen Mittel aufgezählt, das sah etwa so aus: „Der Autor nutzt eine Personifikation (vgl. Z.25). Außerdem nutzt er eine Akkumulation (vgl. Z.27).“ – Das kann man so natürlich nicht durchgängig praktizieren. Unter Berücksichtigung von Tipp 2 solltest du mehr zu einem stilistischen Mittel zu sagen finden. Keine Idee? – Sprachliche Mittel Übungen & Beispiele

Tipp 2: Zeit im Auge behalten & Prioritäten setzen

Setze dir in einer Analyse oder Interpretation nicht das Ziel, jedes stilistische Mittel komplett zu entschlüsseln – oft sind es zu viele. Behalte die Zeit im Auge. Die deiner Meinung nach wichtigsten, wirkungsvollsten stilistischen Mittel solltest du umfassend analysieren. Weniger gewichtige und unbedeutende stilistischen Mittel können auch kurz abgehandelt werden. Damit zeigst du deinem Lehrer dann zumindest, dass du sie erkannt hast.

Tipp 3: Stilistische Mittel im Schluss

Im Schluss deines Aufsatzes solltest du nicht vergessen, nochmal abschließend darzulegen und zu bewerten, wie die stilistischen Mittel insgesamt gewirkt haben. Waren nur wenige enthalten? Waren viele enthalten? Wenn ja, haben sie dem Autor veranschaulichend gedient? Haben sie ihm geholfen, seinen Standpunkt zu verdeutlichen? Oder hatten sie eine mitreißende Wirkung, wie es in Reden oft der Fall ist? Wie auch immer die stilistischen Mittel gewirkt haben, nimm es nochmal kurz in den Schluss auf. Wie du das beispielsweise machen kannst, erfährst du in unseren zwei Musterlösungen.

Tipp 4: Das stilistische Mittel beim Namen nennen?

Das stilistische Mittel muss nicht immer eindeutig beim Namen genannt werden. Das tut dem Lesefluss deines Aufsatzes nicht unbedingt gut, wenn du viele stilistische Mittel behandelst. Ab und an personifizierend für Personifikation, anaphorisch für Anapher, metaphorisch für Metapher, hypotaktischer Satzbau für Hypotaxe etc. zu schreiben, ist in Ordnung und kann der Lesbarkeit und Nachvollziehbarkeit deines Aufsatzes zuträglich sein. Beispiele hierfür findest du bei „Sprachliche Mittel Übungen & Beispiele“ und in unseren Musterlösungen.




Tipp 5: Der Text regt zum Nachdenken an?

Schreibe bitte niemals in deinem Schluss, dass der Autor mit seiner Abhandlung „zum Nachdenken anregen“ will. Das klingt erstens blöd und zweitens steckt in jedem Text mehr als die bloße Anregung zum Nachdenken. Grundsätzlich soll jeder Text zum Nachdenken anregen, das ist gar nicht weiter erwähnenswert. Also schreibe das bitte nicht, verpacke das etwas geschickter, wenn dir sonst nichts einfällt. Sowas wie „Der Autor will mit seiner Abhandlung erreichen, dass sich der Leser mit der Thematik auseinandersetzt…“ wäre eher zu wählen.

Tipp 6: „Er“

Vermeide es, den Autor eines Textes „er“ zu nennen. In der üblichen Klausurhektik passiert es schnell, dass man den Namen des Autors vergisst und ihn immer nur „er“ nennt. Achte darauf, dass du weniger „er“ schreibst und mehr „der Autor“ oder eben direkt den Nachnamen des Autors. Behalte dein „Name/Er“-Verhältnis im Blick.

Tipp 7: Zitiertechnik

Vielleicht kommt es ja zum ersten Mal in der Geschichte des deutschen Schulwesens vor, dass diesen Fehler in der kommenden Klausur keiner macht: Falsch zitieren. Unser Deutschlehrer hat versprochen, einen Mercedes unter der Klasse zu verlosen, wenn alle korrekt zitieren. Es kam nie zu einer Verlosung. Was ich sagen will: Korrekt zitieren ist nicht schwer! Wer hier Fehler macht, macht absolut unnötige Fehler! Also:

Indirekt Zitieren

Zitiert man indirekt, gibt man die Aussage des Autors sinngemäß, in eigenen Worten wieder. Das sieht so aus:

Er zieht zur Veranschaulichung einen Vergleich zwischen Fortschritt und physikalischen Naturgesetzen, indem er die Entwicklung mit dem Fall eines Steins gleichsetzt (vgl. Z. 13ff.).

Die Aussage wird in eigenen Worten wiedergegeben. Bevor man Komma oder Punkt setzt, kommt der Verweis auf die Textstelle, und zwar genau so. Nach „vgl“ muss ein Punkt gemacht werden, nach „Z“ ebenfalls und wenn es um mehrere Zeilen geht, dann auch nach „f“ bzw. „ff“. Dann wird die Klammer geschlossen und erst dann beendest du deinen Satz mit einem Punkt bzw. einem Komma. Vergisst du die Punkte oder machst du schon vor der Klammer mit dem Verweis auf die Textstelle einen Punkt, so wird dies als Fehler gewertet. Mache es also einfach genau so, wie ich es dir jetzt und auf meiner Seite „Sprachliche Mittel – Übungen & Beispiele„gezeigt habe. Auch in unseren Musterlösungen siehst du, wie du es richtig machst.

Direkt Zitieren

Zitiert man direkt, gibt man die Aussage des Autors eins-zu-eins, also wörtlich wieder. Das sieht so aus:

Er legt dar, dass eben diese auch damals am „Second Life“ teil­nahmen, „um den Zug der Zeit nicht zu verpassen“ (Z. 25f.).

Die relevante Textstelle wird in Anführungszeichen gesetzt und eins-zu-eins übernommen. Auch hier gilt: kein Satzzeichen, bevor du auf den Text verwiesen hast. Das bedeutet Klammer auf, dann „Z.“, auch hier den Punkt nicht vergessen, dann die Zeile, „25“ und Klammer zu, wenn nicht mehrere Zeilen betroffen sind, die mit „f.“ bzw. „ff.“ gekennzeichnet werden müssen. Jetzt kommt Punkt oder Komma, Gedankenstrich oder was auch immer.

Das ist nicht schwer, stimmt’s? Ich beschließe einstimmig, dass du solche Fehler vom heutigen Tage an nie wieder begehst.