Signale richtig deuten: Die Rhetorik der Körpersprache

Auch wenn es auf den ersten Blick nicht so scheint, Übersetzer und Dolmetscher müssen bei ihrer Arbeit einiges beachten. Abgesehen von der rein sprachlichen Übersetzung einzelner Worte muss man die Besonderheiten der ausländischen Rhetorik berücksichtigen. Die Übersetzung von Redewendungen, Poesie, Liedern und Werbebotschaften stellt eine große Herausforderung dar und manchmal bedarf es mehr als nur bloßen Sprachkenntnissen, um sie richtig zu interpretieren.

Umso verzwickter wird es bei der nonverbalen Kommunikation. Gesten und die Körpersprache vermitteln genauso viel (wenn nicht sogar mehr) wie die Sprache. Diese stillen Nachrichten werden durch Körperbewegungen, Gesichtsausdrücke, der Haltung, dem Tonfall, der Intonation, der Lautstärke und den Blickkontakt überbracht.

Körpersprache und Haltung

Bleiben wir aber erst einmal bei der Körpersprache. Ein Großteil unserer zwischenmenschlichen Kommunikation geschieht auf einer nonverbalen Ebene. Tagtäglich stellt unsere Körpersprache 50-70% unserer gesamten Kommunikation dar. Sie hat einen entscheidenden Einfluss auf die Verständlichkeit der gesprochenen Botschaft und auf die Wirkung der Person auf ihren Gegenüber. Es ist also wichtig, die Körpersprache richtig zu deuten.

Die Position unserer Arme und Beine kann unserem Gegenüber schon viel über unsere Kommunikationsbereitschaft vermitteln. Verschränkte Arme stehen für eine Abwehrhaltung. Eine verschränkte Beinposition, die auf den Gegenüber zeigt, kann auf eine Abneigung oder Unbehaglichkeit gegenüber dieser Person hindeuten.

Wir vermitteln unserem Gegenüber bewusst und oft auch unbewusst Statussignale, mit denen wir uns dem anderen entweder über- oder unterordnen. Man spricht hierbei von sogenannten Hochstatus- bzw. Tiefstatus-Signalen. Von einem Hochstatus-Signal spricht man unter anderem, wenn man den Kopf ruhig hält oder viel Raum einnimmt. Wenn man sich häufig ins Gesicht fasst, mit den Haaren spielt, viel blinzelt oder den sogenannten Kontrollblick anwendet, spricht man von Tiefstatus-Signalen.

Unsere Haltung kann auch viel über die Eigenschaften einer Person aussagen, ob sie zum Beispiel selbstbewusst und offen ist oder sich doch eher unterordnet und nicht selbstsicher ist. Eine aufrechte Sitzposition kann mit Konzentration in Verbindung gebracht werden und eine nach vorne geneigte Sitzposition mit Langeweile.

Mimik

Manchmal sagt ein Gesichtsausdruck mehr als tausend Worte, auch wenn nur ein kurzes Lächeln über das Gesicht huscht oder man die Stirn runzelt. Im Gesicht kann man problemlos die Gefühle erkennen, sei es Freude, Traurigkeit, Angst, Überraschung oder Aufregung. Oft kann man an unseren Gesichtsausdrücken unsere wahren Gefühle ablesen.

Auch mit unserem Mund senden wir diverse Signale. Wenn man die Lippen zusammenpresst, ist das ein Anzeichen für Abneigung, Missbilligung oder Misstrauen. Wenn man sich in die Lippe beißt, wird es oft mit Angst oder Sorge in Verbindung gebracht.

Der Gesichtsausdruck gehört zu den universellsten Formen der Körpersprache.

Augen und Gesten

Es ist wichtig, die Augen des Gegenübers zu beobachten. Unsere Augen werden nicht ohne Grund “Fenster zu unserer Seele” genannt, da wir mit ihrer Hilfe einen Großteil unserer nonverbalen Kommunikation zum Ausdruck bringen. Die Person, die uns gegenüber sitzt, bemerkt schnell ein Desinteresse, wenn man ihr während einer Unterhaltung nicht in die Augen schaut. Schnelles Augenblinzeln kann außerdem als Stress oder Unbehagen gedeutet werden.

Unsere Gesten sind wohl die offensichtlichste Art, miteinander zu kommunizieren. Jeder weiß, was es bedeutet, wenn man winkt, auf etwas zeigt, mit den Fingern die Nummern angibt usw. Allerdings können die Gesten, je nachdem in welchem Land man ist, unterschiedliche Bedeutungen haben.

Es kann zu ernsten Problemen kommen, wenn man die Körpersprache falsch interpretiert oder schlichtweg nicht versteht, sei es bei internationalen Beziehungen, beim Sport, bei Geschäftstreffen, Konferenzen oder am Pokertisch. Besonders am Pokertisch hat man einen großen Nachteil, wenn man während des Spiels den Table Talk nicht versteht.

Bezüglich der Körpersprache wird zwischen Makro- und Mikroexpressionen unterschieden. Letztere werden vom Menschen oft nicht bewusst wahrgenommen, da sie im Bruchteil einer Sekunde vorbei sind. Sie sind oft unfreiwillig und offenbaren die wahren Gefühle einer Person. Sie können als Folge bewusster oder unbewusster Unterdrückung auftreten. Diese Gesichtsausdrücke sind universell, was bedeutet, dass sie von allen Menschen auf der Welt gleich gedeutet werden.

Wir können es drehen und wenden, wie wir möchten. Rhetorik und Stilmittel sind kompliziert – sei es in der eigenen Sprache oder in einer Fremdsprache. Es ist jedoch nicht unmöglich, sie zu erkennen und zu verstehen. In der Literatur und Poesie hilft uns die Rhetorik dabei, bestimmte Dinge versteckt im Text zu vermitteln, ohne sie direkt zu sagen. Wie aber erkennen wir dieses Stilmittel? Wir haben für euch diesen Guide zusammengestellt, der euch dabei helfen kann, sich bezüglich der Rhetorik besser zu orientieren.

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