Sprachentwicklung – mehr als nur Worte

Die meisten Menschen auf der Welt kommunizieren über ein Werkzeug, dass weitgehend als Sprache bekannt ist. Sprache kann dabei vieles sein, Muttersprache, Fremdsprache, ja auch Programmiersprachen in der Informatik können als eine Sprachform angesehen werden, wenn Computer und Menschen miteinander kommunizieren. Die Gebärdensprache ist eine Sprache, bei der taube Personen untereinander kommunizieren können, aber auch mit hörenden, welche die Sprache erlernt haben. Etwa 6500 Sprachen weltweit gibt es, von denen gerade einmal 50 Sprachen die Mehrheit der gesprochenen Sprachen ausmachen. Diese 50 Sprachen werden von 90 % der Weltbevölkerung als Erst- und Zweitsprache gesprochen. Doch Sprache ist weitaus mehr als Worte.

Was ist Sprache?

Sprache ist die Menge aller Elemente eines komplexen Systems der Kommunikation, die sich im Laufe der Menschheitsgeschichte gebildet hat. Neben dem Wortschatz zählt dazu natürlich auch die Grammatik und die Satzbildung. Wer mit mehreren Sprachen in Kontakt gekommen ist, der wird sicherlich schon gemerkt haben, dass einige Sprachen Ähnlichkeiten in Satzbau und Grammatik vorweisen können. Ein reiner Zufall ist das natürlich nicht. Denn Sprachen können in Sprachfamilien gegliedert werden. Diese können noch weiter untergliedert werden, in sogenannte genetische Einheiten. So sind die romanischen Sprachen, deren Vorläufer die römische Sprache war, ein Teil der indogermanischen Sprachfamilie.

Sprachen entwickelten sich im Laufe der Geschichte aus bereits vorhandenen Sprachen. Vor etwa 100.000 Jahren, so schätzen Forscher könnte die Entwicklung der Sprache begonnen haben. Genau festmachen kann man das allerdings nicht, denn schriftliche Überlieferungen gibt es nicht. In wieweit die Neandertaler, die Vorfahren des Menschen, sprechen konnten ist nicht zweifelfrei geklärt. Feststeht nur, dass verschiedene Kulturräume auf der Welt über andere Sprachen und Systeme verfügen. Eine Universalsprache gab es nicht, wenn auch das Englische zu einer werden könnte. Mit wachsender Bevölkerung und dauernder Geschichte sind Sprachen weiter auseinander gegangen und haben sich von vorhandenen Sprachen abgesplittert. Sprache ist nicht selten auch das Resultat von Völkerwanderungen oder Konflikten

Wie erlernen wir Sprachen?

Dass es Sprachen gibt, verdanken wir dem Fakt, dass wir Sprachen erlernen können. Die Anatomie des Menschen ermöglicht die komplexe Tonwiedergabe, welche Sprache in großen Teilen ausmacht. Die Geschichtliche Evolution der Sprache zeigt auch, dass Sprache immer komplexer geworden ist. Schon das Lateinische verfügt über komplexe grammatikalische Regeln und Wortbildungen. Sprachen, wie Spanisch und Ungarisch entstammen dieser antiken Sprache. Doch sprachfertig kommt niemand auf die Welt. Babys können nur Laute von sich geben, meist nur wirre Geräusche, die es mit Intuition zu deuten gilt.

Zum Erlernen von Sprache gibt es verschiedene Sprachtheorien, die von Sprachwissenschaftlern, wie Jean Piaget oder Alfred Adler erstellt wurden. So gibt es Theorien, die davon ausgehen, dass Sprache durch das Umfeld vermittelt wird. Andere Theorien sind der Meinung, dass zunächst ein reines spielerisches Erlernen grammatikalischer Regeln und des Wortschatzes im Vordergrund steht. Eine Bedeutung wird den Begriffen erst später beigemessen. Inwieweit Sprache genetisch veranlagt ist, ist nicht zweifelsohne geklärt. Es konnte aber gezeigt werden, dass bestimmte körperliche Veranlagungen es uns erleichtern die Muttersprache zu erlernen. Spracherwerb ist also das Ergebnis von Veranlagungen, Interaktion und unserer Intelligenz.

Wie geht es weiter mit Sprache?

Sprachen sind vom Aussterben bedroht. Besonders die unbekannten Sprachen kleiner Völker werden immer seltener gesprochen. Die Nationalsprachen verdrängen die Sprachen von Minoritäten. Eine große Schuld am Aussterben von Sprachen haben dabei die Kolonialisierungen in der Weltgeschichte. Schon die Römer und Griechen haben dazu beigetragen. Die Spanier und Portugiesen haben in Südamerika maßgeblich zum Verlust der lokalen Traditionen beigetragen. Die Sprache der Maya, Inka und Azteken ist heute ausgestorben und nur durch Tafeln und Wandbilder überliefert. Aber auch Sprachen wie das Deutsche sind nicht gänzlich unbedroht. Anglisierung und Vereinfachung der Sprache tragen einerseits zu einem Qualitätsverlust der Sprache bei, andererseits zu einem gänzlichen Verlust einiger Sprachanteile. In wieweit Englisch einmal eine Universalsprache wird ist nicht ganz absehbar, doch feststeht, dass etwa 1,8 Milliarden Menschen Englisch sprechen, das ist etwa ein Viertel der Weltbevölkerung.

 

 

 

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